
Titelbild
des Nachdruckes von 1996

historische
Forschung
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Rühle von Lilienstern, Helga (1995):
Die Unbekannten von Eishausen - Dunkelgraf und Dunkelgräfin im Spiegel
zeitgenössischer Veröffentlichungen.
In: Jahrbuch des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins. Seite
137-202.
Nachdruck 1996:
Schriften zur Geschichte Südthüringens. Band 1.
Verlag Frankenschwelle - HildburghausenInhalt:
Die Autorin stellt zeitgenössische Veröffentlichungen zum Rätsel
des Dunkelgrafen und der Dunkelgräfin von Hildburghausen und Eishausen
dar. Ausgangspunkt bilden Zeitungsartikel, die nach dem Tod L.C. van
der Valcks am 8.4.1845 in verschiedenen deutschen Blättern erschienen sind.
Sie werden vielfach im Zitat wiedergegeben. Wesentlichster Bestandteil der
Veröffentlichung bildet die auszugsweise Wiedergabe der Schrift
"Die Geheimnisvollen im Schlosse zu Eishausen" von
Karl Kühner aus dem Jahre 1852
Kühner (1852), der als Augenzeuge den wohl wichtigsten
Bericht über das Alltagsleben im Schloss Eishausen liefert.
Verlagstext des Nachdrucks von 1996:
Es war höchste Zeit, sich bei Nachforschungen über das
mysteriöse Dunkelgrafenpaar wieder auf die ursprünglichen Quellen zu
besinnen, denn die Fama hatte inzwischen alles überschattet und die
wahren Begebenheiten zur Legende oder zur Story werden lassen.
Die Autorin Helga Rühle v. Lilienstern ist eine profunde Kennerin der
deutschen und französischen Literatur zum Thema und verfolgt seit Jahren
alle Thesen und Antithesen, das Hickhack in der Presse und das Hin und Her
inkompetenter Meinungen, Komisches und Groteskes und was sich sonst bis
heute zu profilieren versuchte.
Die Kampagne begann gleich nach dem Tod des sogenannten Dunkelgrafen von
Eishausen am 8. April 1845 und ist bis heute noch nicht zu Ende. So
gesehen, ist die Schrift von Dr. Karl Kühner, dem Sohn des Eishäuser
Pfarrers und des wohl kompetentesten Augenzeugen über "Die
Geheimnisvollen im Schlosse von Eishausen" eine echte Quelle. Die
Schrift entstand 1845 und erschien 1851 in der Reihe "Geheime
Geschichten und rätselhafte Menschen" von Friedrich Bülau. Sie ist
die erste wirklich ernstzunehmende Veröffentlichung gewesen. Aber wer
kennt sie schon, denn sie ist zuletzt um 1920 als Reclam-Heft Nr. 2959 zum
Preis von 25 Pfennig und nur als 2. Bändchen der "Geheimen
Geschichten" von Friedrich Bülau erschienen. Der Herausgeber Dr.
Robert Geerd nennt zwar in einem kurzen Schlusswort den eigentlichen
Autor. Aber wer liest schon das Schlusswort?
Im Interesse der weiteren Forschung hält es die Autorin für wichtig,
Karl Kühners Schrift wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und
den Autor vorzustellen. Ohne diese Kenntnis nehmen romanhafte
Darstellungen überhand und überschatten das, was tatsächlich im Schloss
von Eishausen stattgefunden hat. Kühner war er einzige, der seine
Beobachtungen niederschrieb. Er wollte den geheimnisvollen Grafen gegenüber
den damals emporschießenden Verdächtigungen aus vollster Überzeugung
verteidigen. Unter bewusster Preisgabe seiner Glaubwürdigkeit spricht er
offen aus, die geheimnisvolle Dame könne die Tochter des französischen Königs
Ludwig XVI. und Marie Antoinette gewesen sein.
In der damaligen Zeit war das eine ungeheuerliche Behauptung, die aber bis
heute nicht widerlegt worden ist. Zwar ist sie mehrfach lächerlich
gemacht worden, aber eine ernsthafte Gegenthese wurde nie aufgestellt.
Vieles, was Kühner nicht ohne Spannung schrieb, fand in den Büchern von
Dr. Armin Human "Der Dunkelgraf von Eishausen - Erinnerungsblätter
aus dem Leben eines Diplomaten" (Bde. I und II) eine nachträgliche
Bestätigung.
Human hatte 1881 von den Erben des "Dunkelgrafen" Leonardus
Cornelius van der Valck den gesamten schriftlichen Nachlass zur Auswertung
übersandt bekommen, und auch seine Dokumentation ist die Voraussetzungen
für jede kritische Betrachtung dessen, was sich in Hildburghausen und
Eishausen zugetragen hatte.
Wer sich für das geheime Paar mit all den europäischen Verflechtungen
interessiert, kommt an der vorliegenden Quelle nicht vorbei.
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