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1769-1788
Madame Royale |
1769-1788
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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19.12.1778
Geburt der Madame Royale
Madame Royale (Marie Therese Charlotte) wird in Versailles als Tochter
Ludwigs XVI. (1754-1793) und Marie Antoinettes (1755-1793) geboren. Sie
ist das erste Kind des Königspaares nach über 7 Jahren kinderloser Ehe.
Als Gouvernante wird Madame de Guemenee eingesetzt. Ab November 1782 ist
Madame de Polignac als Erzieherin sowie Madame de Mackau als
Untergouvernante der königlichen Kinder tätig.
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22.9.1769
Geburt des Leonardus Cornelius van der Valck in Amsterdam
Leonardus Cornelius van der Valck wird in Amsterdam geboren und in der
katholischen Kirche ‘t Boompje am 22.9.1769 getauft. Sein Vater war der
Kaufmann Adrianus Leendertsz van der Valck, seine Mutter Maria Johanna van
Moorsel. Sie heirateten am 30.9.1768.
1781
Van der Valck in Emmerich
1781 zieht van der Valck mit seinen Eltern nach Emmerich. Sie mussten
offenbar vor Gläubigern fliehen.
1786
Van der Valck in Köln
Am 9.6.1786 war van der Valck Student am Gymnasium in Köln.
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1789
Madame Royale |
1789
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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4.6.1789
Tod des ersten Dauphins
Ludwig Joseph Franz Xaver, ältester Sohn von Marie Antoinette und
Ludwig XVI. (geboren am 22.10.1781), stirbt im Alter von 7 Jahren. Sein
Bruder Ludwig Karl, Herzog der Normandie, wird nun Thronanwärter und
Dauphin.
14.7.1789
Sturm auf die Bastille
Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt die Französische Revolution.
Für die Königsfamilie und damit für Madame Royale hat dieses Ereignis
vorerst keine größeren Auswirkungen.
26.7.1789
Die Marquise de Tourzel wird Erzieherin der Königskinder
Nachdem die Herzogin von Polignac aufgrund der Unruhen Frankreich
verlassen hat, übernimmt die Marquise de Tourzel deren Stellung als
Erzieherin der Königskinder. Ihre Tochter Pauline beaufsichtigt die
Spiele der Kinder.
5.10.1789
Frauenaufmarsch in Versailles
Als sich Ludwig XVI. weigert, die Erlasse des 4./5.8.1789 zu
unterzeichnen, werden die Pariser zu einem Marsch nach Versailles
mobilisiert. Sie belagern das Schloss und fordern die Anwesenheit des
Königs in Paris. Ein Fluchtversuch der königlichen Familie nach Metz
wird im Keim erstickt.
6.10.1789
Umzug der Königsfamilie nach Paris
Um 5 Uhr stürmen die Frauen das Schloss und dringen bis in die
Privatgemächer der Königin vor. Morddrohungen sind zu hören. Die
Nationalgarde kann das Leben der Königsfamilie schützen. Ludwig XVI.
sieht sich jedoch gezwungen, nach Paris zu ziehen. Die Familie begleitet
ihn in das Stadtschloss Tuilerien. Die Nationalversammlung begibt sich
daraufhin ebenfalls nach Paris.
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Mitte 1789
Van der Valck in Köln
1789 nimmt van der Valck ein Jurastudium an der Universität in Köln
auf.
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1790
Madame Royale |
1790
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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um 1790
Gesichtsabdruck der Madame Royale
Madame Tussaud fertigt von der königlichen Familie Gesichtsabdrücke
an, um diese als Wachsfiguren zu modellieren. So entsteht auch ein
authentischer Gesichtsabdruck der Madame Royale. Eine auf dieser Grundlage
angefertigte Wachsfigur der Madame Royale ist noch heute im
Wachfigurenkabinett der Madame Tussaud in London zu besichtigen.
7.4.1790
Erstkommunion Madame Royales
Madame Royale empfängt in der Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois ihre
Erstkommunion.
Juni bis Oktober 1790
Madame Royale in St. Cloud
Die königliche Familie hält sich in St. Cloud auf.
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15.6.1790
Van der Valck erwägt einen Universitätswechsel
Van der Valck ist mit dem Studium in Köln unzufrieden und erwägt
einen Universitätswechsel.
16.8.1790
Van der Valck an der Universität Göttingen
Van der Valck schreibt sich an der Universität Göttingen für ein
Jurastudium ein. Von seinen Eltern erhält er 1790 und 1791 jeweils 300
fl. als Unterhalt, 1792 hingegen 1.800 fl.
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1791
Madame Royale |
1791
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1791
Sicherung der Diamanten von Marie Antoinette
Die Diamanten von Marie Antoinette werden über den Abbe Louis beim
österreichischen Gesandten Graf Mercy-Argenteau in Brüssel deponiert.
Die Diamanten kommen später nach Wien und sind 1796 Teil der Erbschaft
der Madame Royale.
28.2.1791
Befreiungsversuch aus den Tuilerien
Einige königstreue "Dolchritter" versuchen, die königliche
Familie zu befreien. Der Versuch scheitert.
18.4.1791 (oder 12.4.1791?)
Abfahrt nach St. Cloud wird verhindert
Die Abreise der königlichen Familie nach St. Cloud wird verhindert.
Das Volk glaubt, der König wolle fliehen. Auch der anwesende Bruder des
Königs, der Graf von Provence, muss zurück in die Tuilerien.
20.6.1791
Flucht nach Varennes
Ein letzter Fluchtversuch zur französischen Ostgrenze wird in dieser
Nacht mit Hilfe des Grafen Axel von Fersen unternommen. Neben der
königlichen Familie nehmen Madame Elisabeth (die Schwester des Königs)
und die Marquise de Tourzel teil. Der nächstjüngere Bruder des Königs,
Graf von Provence, flüchtet zur gleichen Zeit. Ihm gelingt mit Hilfe des
Grafen d’Avaray die Flucht nach Belgien. Später geht er nach Koblenz
und errichtet dort eine Exilregierung.
21.6.1791
Entdeckung der Flucht nach Varennes
Die Flucht wird entdeckt und Ludwig XVI. in Varennes verhaftet.
25.6.1791
Rückkehr von Varennes nach Paris
Die königliche Familie kehrt unter starken Anfeindungen der
Bevölkerung über St. Menehould, Chalons und Epernay nach Paris zurück.
Sie ist nun endgültig in den Tuilerien gefangen.
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1791
Van der Valck macht seinen Abschluss
1791 schließt van der Valck wahrscheinlich sein Studium ab. Danach soll er sich in Frankfurt, Mainz und Münster
aufgehalten haben.
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1792
Madame Royale |
1792
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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20.6.1792
Erster Tuileriensturm
Demonstranten dringen in die Tuilerien ein. Das Leben der
Königsfamilie wird bedroht.
10.8.1792
Zweiter Tuileriensturm
Die königliche Familie flieht durch den Garten der Tuilerien und sucht
Zuflucht bei der Nationalversammlung, die im Kloster
"Feuillants" tagt. Der König gilt als abgesetzt, die Regierung
übernimmt der Nationalkonvent.
13.8.1792, 19 Uhr
Überführung in den Temple
Die königliche Familie wird in den Temple überführt. Die Fahrt vom
Kloster "Feuillants" dauert 1 Stunde und wird von starken
Anfeindungen der Bevölkerung begleitet. Damit beginnt für Madame Royale
eine 31/2-jährige Gefangenschaft, die erst am
18.12.1795 endet. Mit inhaftiert werden Madame Elisabeth, die Marquise de
Tourzel und ihre Tochter Pauline, Prinzessin Lamballe sowie mehrere
Bedienstete.
28.9.1792
Trennung des Königs von seiner Familie
Der König wird von seiner Familie getrennt und in einem separaten Teil
des Temple untergebracht (im 2. Stock des Hauptturmes). Sie dürfen sich
jedoch weiterhin sehen, z.B. zu den Malzeiten. In der folgenden Zeit
bezieht die restliche königliche Familie den 3. Stock.
11.12.1792
Prozessbeginn gegen Ludwig XVI.
Vor dem Nationalkonvent beginnt der Prozess gegen Ludwig XVI. Er wird
vom Bürgermeister Chambon abgeholt. Ludwig wird nun dauerhaft von seiner
Familie getrennt.
19.12.1792
14. Geburtstag der Madame Royale
An ihrem 14. Geburtstag erhält Madame Royale einen "Almanach der
Republik" zur Lektüre. Dieser ersetzte den früheren Hofkalender
"Almanach Royal".
25.12.1792
Ludwig XVI. schreibt sein Testament
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Februar 1792
Van der Valck in Paris
Van der Valck geht nach Paris. In diese Zeit fällt die Bekanntschaft
mit Constant de Rebecque (Benjamin Constant) sowie Rouget de Lisle. Er
verkehrt in Kreisen der aristokratischen Jugend im Cafe Corazza und im
Palais-Royal. Er wird Mitglied im "Corps du Bâtonniers", einer
Juristengesellschaft.
1792/93
Van der Valck in der französischen Armee
Mit dem Geld seiner Großmutter kauft sich van der Valck 1792 oder 1793
eine Offiziersstelle in der französischen Armee. Im Frühjahr 1793
verlässt er Paris. Er ist im 6. Bataillon der Jäger an der (damaligen)
preußischen Grenze eingesetzt. 1793 ist er in Mainz, später in Landau,
Speyer, Kaiserslautern und an anderen Orten eingesetzt.
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1793
Madame Royale |
1793
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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16.1.1793
Verurteilung Ludwigs XVI.
Am 16.1.1793 beschließt der Konvent mit knapper Mehrheit die
Hinrichtung Ludwigs XVI. Für seinen Tod stimmt auch der Deputierte aus
Nantes, Joseph Fouche, sowie der Herzog von Orleans, Philippe Egalite, ein
Vetter Ludwigs.
20.1.1793, 21 Uhr bis 22:15 Uhr
Letzte Begegnung der Madame Royale mit dem König
Am Abend findet die letzte Begegnung der Madame Royale mit ihrem zum
Tode verurteilten Vater statt. Die Begegnung dauert ca. 1 Stunde.
21.1.1793, morgens
Letzte Messe Ludwigs XVI., Fahrt zum Schafott
Nach dem Wecken um 5 Uhr hält Edgeworth de Firmont die letzte Messe
für Ludwig XVI. Er verabschiedet sich von seinem Diener Clery. Um 9 Uhr
holt Santerre den König ab. Die Fahrt zum Schafott dauert 2 Stunden. Ein
Befreiungsversuch des Emigranten Baron von Batz, über den Firmont
unterrichtet ist, bleibt ohne Erfolg.
21.1.1793, 10:10 Uhr
Hinrichtung Ludwigs XVI.
Edgeworth de Firmont begleitet Ludwig XVI. zum Schafott. Er wird auf
der Guillotine hingerichtet. Sein Sohn, der Dauphin Louis, wird Ludwig
XVII.
April 1793
Frankreich bietet Österreich die Freilassung Madame Royales an
Die Regierung Frankreichs bietet nach der Hinrichtung Ludwigs XVI.
Österreich die Freilassung der Madame Royale an. Franz II. lehnt jedoch
ab.
3.7.1793, 22 Uhr
Trennung Ludwigs XVII. von der Familie
Ludwig XVII. wird von seiner Mutter Marie Antoinette und seiner
Schwester Madame Royale getrennt und im zweiten Stock des Temple in
Einzelhaft gesetzt.
2.8.1793, 2 Uhr
Trennung Marie Antoinettes von ihrer Familie
Marie Antoinette wird von ihrer Tochter sowie ihrer Schwägerin Madame
Elisabeth getrennt. Sie wird in das Gefängnis der Conciergerie
überführt, um dort vor dem Revolutionstribunal ihrem Prozess
beizuwohnen.
8.10.1793, Mittag
Madame Royale wird verhört
Die Konventsmitglieder Pache, Chaumet und David kommen in den Temple zu
Madame Royale und Madame Elisabeth. Sie werden von Chaumet verhört
(Madame Royale 3 Stunden, Madame Elisabeth 1 Stunde).
16.10.1793
Hinrichtung Marie Antoinettes
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1794
Madame Royale |
1794
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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9.5.1794
Trennung Madame Elisabeths von Madame Royale
Madame Elisabeth wird von Madame Royale getrennt. Elisabeth wird am
10.5.1794 hingerichtet. Madame Royale befindet sich nun für über ein
Jahr in Einzelhaft.
23./24.5.1794
Robespierre (?) besucht Madame Royale
Robespierre soll in dieser Nacht insgeheim den Temple besucht und
Ludwig XVII. durch ein anderes Kind vertauscht haben. Er begegnet in
dieser Nacht offenbar auch Madame Royale. In ihrem Tagebuch gibt sie an,
ein Herr habe sie besucht, von dem sie glaubt, dass es Robespierre war.
28.7.1794
Barras und Delmas im Temple
Barras und Delmas kommen nach dem Sturz Robespierres in den Temple, um
sich über die dortigen Verhältnisse zu informieren. Barras spricht mit
Madame Royale.
um 1794
Bemühungen Spaniens um Madame Royale
Das mit den Bourbonen verwandte spanische Königshaus bemüht sich um
Ludwig XVII. und Madame Royale im Temple. Im Falle einer Auslieferung nach
Spanien soll die französische Republik anerkannt werden.
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1794
Van der Valck in Kriegsgefangenschaft
1794 wird er von Preußen gefangen genommen und in der Festung Freiburg
im Breisgau festgesetzt. Dort soll er Karl von Bartenstein kennen gelernt
haben.
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1795
Madame Royale |
1795
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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22.1.1795
Rede Cambaceres
Cambaceres, Präsident des Konvents, hält im Nationalkonvent eine
Rede, in der er das weitere Schicksal der Königskinder bespricht. Er
bemerkt, dass sie einerseits ein ständiger Anlass zu Angriffen aller Art
seien, andererseits aber einen wichtigen Pfand Frankreichs darstellen.
8.6.1795
Tod Ludwigs XVII.
Ludwig XVII. stirbt im Temple (so die offizielle Geschichtsschreibung).
20.6.1795
Madame Chanterenne im TempleMadame Chanterenne, Gattin eines hohen Polizeioffiziers, zieht im
Auftrag des Konvents als Gesellschafterin der Madame Royale in den Temple
ein. Sie informiert sie über den Tod ihrer Angehörigen (etwa um den
20.7.1795).
18.6.1795
Stadt Orleans bittet um Freilassung der Madame Royale
Die Stadt Orleans bittet den Konvent, Madame Royale nach Wien gehen zu
lassen. Auch andere Städte wie Dreux oder die aufständische Vendee
fordern die Freilassung der Prinzessin.
30.6.1795
Beschluss über den Austausch der Madame Royale
Der Konvent beschließt den Austausch der Prinzessin gegen mehrere
Franzosen, die in österreichische Kriegsgefangenschaft geraten waren.
Barthelemy und Bacher sind seit dem 2.7.1795 mit den Verhandlungen über
den Austausch der Prinzessin beauftragt.
17.8.1795
Besucher bei Madame Royale im Temple
Als erste Besucherin wird am 17.8.1795 Stephanie-Louise de Montcairzain
der Zutritt zu Madame Royale gestattet. Sie besucht sie täglich bis zum
25.8. Später erhalten ebenfalls Madame de Mackau (3.9.), Madame Laurent
(Amme der Madame Royale), Madame de Varenne (ehemalige Kammerfrau) sowie
Bethune Charost Zugang zu Madame Royale.
2.9.1795
Die Tourzels im Temple
Die Marquise de Tourzel und ihre Tochter Pauline dürfen Madame Royale
im Temple regelmäßig besuchen. Sie hatten bereits im Juni die Erlaubnis
hierzu beantragt. Bei dieser Gelegenheit übergeben sie einen Brief
Ludwigs XVIII. an Madame Royale. Sie antwortet ihm am 5.9.1795. Über die
Tourzels erhält Madame Royale auch aktuelle Nachrichten vom politischen
Geschehen.
Oktober 1795
Austauschverhandlungen um Madame Royale
Der französische Innenminister Benezech und Bacher (Sekretär der
französischen Botschaft in Basel, Schweiz) verhandeln mit den
österreichischen Vertretern des Kaisers Franz II. (Baron von Degelmann
und Thugut, Ratgeber Franz II.) über den genauen Ablauf des vorgesehenen
Austausches der Madame Royale. In Basel selbst vermittelt der
Bürgermeister Burckhardt.
Oktober 1795
Entstehung des "Teleskop-Bildes"
Aus dem Fenster eines dem Temple benachbarten Hauses fertigt der Comte
de Paroy mit Hilfe eines Fernrohrs ein Porträt der 17-jährigen Madame
Royale an, die im Hof des Temple spazieren geht. Es entsteht das so
genannte "Teleskop-Bild".
14.10.1795
Tagebuch der Madame Royale im Temple
In dieser Zeit schreibt Madame Royale ihre Erinnerungen an die Zeit im
Gefängnis auf (10.8.1792 bis 8.6.1795). Es entsteht das so genannte
"Temple-Tagebuch". Sie schließt es am 14.10.1795 ab.
Oktober / November 1795
Abstimmung um Reisebegleitung, Benezech im Temple
Für die Reise der Madame Royale nach Wien bittet Österreich über
Bacher um die Begleitpersonen Marquise de Tourzel und Ernestine
Lambriquet. Bacher schlägt Madame de Soucy oder deren Mutter Madame de
Mackau vor. Zur Abstimmung der Reisebegleitung besucht Benezech Madame
Royale im Temple.
27.11.1795
Beschluss des Direktoriums zur Begleitung der Prinzessin
Das Direktorium äußert sich zu den erwünschten
Begleitpersonen für die Reise der Madame Royale nach Wien. Die Marquise
de Tourzel wird ausgeschlossen. Am gleichen Tag besucht Benezech Madame
Royale im Temple.
18.12.1795, 17 Uhr
Abreise Madame Royales aus dem Temple
Madame Royale verlässt in Vorbereitung des Austausches mit 12
Kriegsgefangenen aus Österreich den Temple in Richtung Basel. Sie
übergibt ihre Tagebuchaufzeichnungen an ihre Gesellschafterin im Temple,
Madame Chanterenne. Der Innenminister Benezech begleitet sie bis in die
Rue Masley, dort steigt sie in eine Berline um zur Weiterfahrt bis zur
Porte Saint Martin. Dort wird sie vom Offizier Mechain übernommen.
24.12.1795, 18 Uhr
Ankunft in Hüningen
Madame Royale und die Reisebegleitung nehmen Quartier im "Hotel
zum Raben" in Hüningen, einem kleinen französischen Ort in der
Nähe der Schweizer Grenze.
26.12.1795
Vertauschung der Madame Royale?
Vertreter der Vertauschungstheorie vermuten, dass Madame Royale an diesem
Tag durch eine andere Person ersetzt wurde.
26.12.1795, 19 Uhr
Übergabe der Madame Royale in Basel
Gegen 17 Uhr kommt Bacher von den Austauschgefangenen in Riehen nach
Hüningen. Gegen 18 Uhr beginnt mit zwei Wagen die Fahrt von Hüningen bis
zur Grenze. Bacher fährt mit Madame Royale – im Falle einer
Vertauschung also der Ersatzperson, die ab nun für Madame Royale gehalten
wird – Madame de Soucy sowie Hue und Mechain in Richtung Basel. Um
19 Uhr übergibt Bacher in der Villa Reber Madame Royale an die Vertreter
Österreichs, den Botschafter Prinz von Gavre und dem Minister Degelmann.
26.12.1795, 20:45 Uhr
Abfahrt nach WienMadame Royale (bzw. die Ersatzperson) reist am Abend nach Wien ab. Es
begleiten sie u.a.: Madame de Soucy, Hue, Meunier, Catherine Varenne,
Prinz von Gavre und Minister Degelmann (letzterer folgt am nächsten Tag
nach).
27.12.1795
Aufenthalt in Laufenburg
Am 27.12.1795 weilt Madame Royale in Lauffenburg. Dort besucht sie zwei
mal die Messe. Dann geht es nach Überlingen, wo sie den Bevollmächtigten
des Parlaments Besançon trifft.
30.12.1795
Aufenthalt in Füssen
Madame Royale nimmt Aufenthalt in Füssen. Dort trifft sie ihren
Großonkel Clemenz von Sachsen, ehemaliger Kurfürst von Trier. Sie kann
einen Brief an Ludwig XVIII. schreiben und über ihren Großonkel an ihn
senden. M. de Berthier, ein Offizier des Prinzen Conde, erhält kurz
Gelegenheit, Madame Royale zu sprechen.
Ende Dezember 1795 / Anfang Januar 1796
Aufenthalt in Innsbruck
Madame Royale nimmt für zwei Tage Quartier in Innsbruck bei ihrer
Tante Äbtissin Erzherzogin Elisabeth, einer Schwester der Marie
Antoinette. Diese verbreitet später das Nachricht, Madame Royale sei zu
einer Heirat mit Erzherzog Karl von Österreich bereit.
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1796
Madame Royale |
1796
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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6.1.1796
Aufenthalt in Wels, Treffen mit Clery
Madame Royale nimmt Aufenthalt in Wels. Dort trifft sie Clery, der ihr
Post von Ludwig XVIII. überreicht und einen Brief von ihr an den
Exil-König mitnimmt.
9.1.1796, abends
Ankunft Madame Royales in Wien
Madame Royale kommt am Wiener Hof an. Sie wird Anfangs aufgrund der
noch bis März andauernden Trauerperiode gegen die Außenwelt abgeschirmt.
2.2.1796
Prinzessin von Lothringen trifft Madame Royale
Die Prinzessin von Lothringen trifft am 2.2.1796 Madame Royale.
3.2.1796
Heiratszustimmung durch Papst Pius VI.
Papst Pius VI. gibt seine Einwilligung zur Ehe zwischen der Madame
Royale und dem Herzog von Angoulême. Sie sind Cousine und Cousin.
19.2.1796
Begegnung von Madame Royale und Graf von Fersen
Madame Royale begegnet beim Verlassen der Hofburgkapelle Graf Axel von
Fersen. Zu einem Gespräch kommt es nicht. Eine weitere Begegnung findet
am 6.3. und 27.3.1796 statt.
6.3.1796
Erster offizieller Auftritt der Madame Royale am Wiener Hof
Madame Royale hat ihren ersten offiziellen Auftritt. Es erscheinen
zahlreiche Besucher, darunter der Graf von Fersen.
Sommer 1796
Übersiedlung Madame Royales nach Schönbrunn
Madame Royale siedelt nach Schloss Schönbrunn über.
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1797
Madame Royale |
1797
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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15.4.1797
Flucht Madame Royales nach Prag
Als napoleonische Truppen Wien bedrohen, bringt sich der Wiener Hof in
Sicherheit. Madame Royale wird zusammen mit den Erzherzögen und
der Erzherzogin Amelie nach Prag zu ihrer Cousine Erzherzogin Maria Anna
geschickt. Diese ist Äbtissin eines Prager Klosters.
ca. Juni 1797
Rückkehr Madame Royales nach Wien
Madame Royale kommt zurück nach Wien. Sie wohnt im Schloss Belvedere.
Dort ist sie relativ isoliert. Vor allem die Kaiserin behandelt sie mehr
als gleichgültig. Madame Royale freundet sich daher mit Maria-Wilhelmine
Ferraris, Gräfin Maria-Franziska Romana und Henriette de Choisy an.
November 1797
Herzog von Enghien in Wien
Madame Royale empfängt in Wien den Herzog von Enghien. Er ist auf der
Durchreise nach Russland.
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1797
Freilassung van der Valcks aus Kriegsgefangenschaft
Van der Valck wird aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Er kehrt
nach Paris zurück.
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1798
Madame Royale |
1798
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1798
Zar Paul I. setzt sich für Madame Royale ein
Ludwig XVIII. bittet den russischen Zaren Paul I., sich für die
Entlassung Madame Royales aus Wien einzusetzen, was er auch tut.
Februar 1798
Neue Gerüchte um Heirat mit Erzherzog Karl
Im österreichischen Volk, aber auch in anderen Klassen, erwacht die
Meinung, dass Madame Royale Erzherzog Karl heiraten wird und dass die
französischen Revolutionäre ihnen die Krone von Frankreich zuerkennen
werden. Daraufhin unterschreibt Madame Royale eine formelle
Verlobungserklärung bezüglich des Herzogs von Angoulême und schickt
diese an Ludwig XVIII.
11.9.1798
Offizielle Heiratsankündigung
Ludwig XVIII. verkündet den europäischen Höfen die bevorstehende
Heirat der Madame Royale mit dem Herzog von Angoulême.
November 1798
Prinz Conde in Wien
Madame Royale empfängt in Wien den Prinzen Conde.
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4.2.1798
Van der Valcks Entlassung aus der Armee
Van der Valck wird am 4.2.1798 aus der Armee entlassen. Er kehrt nach
Den Haag (Holland) zurück.
9.4.1798
Van der Valck wird Gesandtschaftssekretär in Paris
Am 9.4.1798 wird van der Valck aufgrund einer Vermittlung seiner
Großmutter und seiner Bekanntschaft mit Bennekom Gesandtschaftssekretär
in Paris. Am 2.7.1798 tritt er dort seine Stelle an.
2.7.1798
Van der Valck in der Gesandtschaft in Paris
Van der Valck wird vom holländischen Minister van der Goes zum
Sekretär bei der Gesandtschaft der Batavischen Republik in Paris ernannt.
1.8.1798
Erster Berthelmy-Brief
Erster von 13 französischen Briefen der Agnes Berthelmy (geborene
Daniels) an van der Valck.
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1799
Madame Royale |
1799
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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4.5.1799
Abreise Madame Royales nach Mitau
Madame Royale beginnt ihre Reise nach Mitau zu ihrem Onkel
Ludwig XVIII. Sie reist über Brünn (5.5.), Krakau (10.5.) und Rherespol
(17.5.). Es begleiten sie: Henriette von Choisy, Hue mit Gemahlin, Clery,
3 Kammerfrauen und 2 Diener.
3.6.1799
Ankunft Madame Royales in Mitau
10.6.1799
Heirat der Madame Royale
Madame Royale (bzw. die Ersatzperson) heiratet den Herzog von
Angoulême, Sohn des Grafen Artois (dem späteren Karl X.). Die Trauung
wird von Kardinal Montmorency-Laval vollzogen. Von nun an trägt Madame
Royale den Titel "Herzogin von Angoulême".
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12.2.1799
Tod der Großmutter van der Valcks
Die Großmutter van der Valcks, seine vorrangige Bezugsperson und
Förderin, stirbt und hinterlässt ihm ein großes Vermögen. Er erbt ¼
ihrer Hinterlassenschaft.
28.2.1799
Van der Valck bittet um Entlassung
Van der Valck bittet den holländischen Außenminister van der Goes
schriftlich um seine Entlassung aus dem Staatsdienst.
18.3.1799
Abschied van der Valcks
Am 18.3.1799 bestätigt der Außenminister van der Goes die Kündigung
van der Valcks.
22.3.1799
Offizielle Entlassung van der Valcks
Van der Valck wird offiziell aus dem Staatsdienst entlassen.
26.3.1799
Pass van der Valcks, Reise nach Holland
Schimmelpenninck stellt van der Valck einen französischen Pass nach
Holland aus. Dieser Pass enthält eine Personenbeschreibung van der
Valcks. In Amsterdam vertraut er sein neues Vermögen seinem Onkel Petrus
Franziskus Laarman an. Anschließend kehrt er nach Paris zurück.
7.5.1799
Pass van der Valcks für Deutschland
Van der Valck erhält einen vom holländischen Außenminister van der
Goes in Paris ausgestellten Pass, der für Deutschland gültig ist.
1.6.1799
Neuer Pass für van der Valck
Am 1.6.1799 erhält van der Valck einen holländischen Pass vom
Außenministerium im Haag.
9.10.1799
Passverlängerung van der Valcks
Van der Valck erhält durch Bacher eine Verlängerung seines am
1.6.1799 ausgestellten Passes.
21.10.1799
Passverlängerung van der Valcks für Deutschland
Van der Valck erhält eine Verlängerung seines am 7.5.1799
ausgestellten Passes für Deutschland.
Oktober 1799
Van der Valck in Leipzig
Nach Oktober 1799 verlässt van der Valck Holland. Er geht unter
anderem nach Leipzig. Dort ist er vom 23. bis 29.10.1799, denn zwei Briefe
der Agnes Berthelmy vom 23. und 27.10.1799 gingen nach Leipzig.
27.12.1799
Letzter Berthelmy-Brief
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1800
Madame Royale |
1800
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1.2.1800
Van der Valck zurück in Holland
Am 1.2.1800 ist van der Valck wieder in Holland. Dort wird sein Pass
verlängert.
7.6.1800
Brief Prof. Loder an van der Valck
Der in Jena tätige Prof. Dr. Justus Christian Loder schreibt einen
Brief an van der Valck in französischer Sprache und bedankt sich für
dessen Erkenntlichkeit. Loder hatte van der Valck in Jena wegen eines
Bruches ärztlich behandelt.
12.6.1800 (oder September 1799?)
Visum an van der Valck durch Bacher
Bacher bestätigt durch Visum den Pass, den van der Valck am 26.3.1799
von Schimmelpenninck ausgestellt bekam.
November 1800 bis September 1801
Van der Valck in Gotha, Weimar und Jena
Die Post an van der Valck wird für 10 Monate nach Gotha geschickt.
Offenbar hält er sich dort oder in der Umgebung auf. Während dieser Zeit
sollen Besuche in Weimar stattgefunden haben (Zusammentreffen mit
Livländern und Kurländern).
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1801
Madame Royale |
1801
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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22.1.1801
Abreise der Herzogin von Angoulême von Mitau
Ludwig XVIII. muss auf Befehl des russischen Zaren Paul I. vom
20.1.1801 Russland kurzfristig verlassen. Die Herzogin von Angoulême
begleitet ihn. Es beginnt eine mühevolle Reise nach Memel (Ankunft
27.1.). Von hier bittet die Herzogin die Königin Luise und Friedrich
Wilhelm III. von Preußen schriftlich um Asyl. Sie reisen nach Königsberg
(Ankunft 24.2.) und erhalten dort die Zusage des preußischen
Königshauses, in Warschau siedeln zu dürfen.
6.3.1801
Ankunft der Herzogin von Angoulême in Warschau
Ludwig XVIII. und die Herzogin von Angoulême finden in Warschau Asyl.
Sie wohnen zunächst im Haus Wasilewski, dann im Schloss Lazienki und im
Palais Zamoyski. Die treten unter den Pseudonymen "Graf de
Lille" und "Marquise de la Meilleraye" auf. Ende März
trifft auch der Herzog von Angoulême ein.
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6.1.1801
Neuer Pass für van der Valck
Bacher stellt für van der Valck ein Visum aus, damit er vorübergehend
nach Holland reisen kann.
September 1801 bis April 1802
Aufenthalt van der Valcks in Schweinfurt
Van der Valck hält sich unter seinem wahren Namen in Schweinfurt auf.
Er wohnt bei Bürgermeister Schrimpf von Berg. Von hier aus soll er in
Coburg und Holland gewesen sein.
28.9.1801
Passverlängerung van der Valcks
Am 28.9.1801 verlängert Bacher van der Valcks Pass für Holland.
9.10.1801
Passverlängerung van der Valcks
Durch Bacher erhält van der Valck eine erneute Passverlängerung.
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1803
Madame Royale |
1803
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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26.2.1803
Emissär Napoleons bei Ludwig XVIII.
Napoleon bietet Ludwig XVIII. große Vorteile an, wenn er dem
französischen Thron entsagt. Ludwig lehnt entschieden ab. Auch der Herzog
von Angoulême unterschreibt die Absage.
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ab Mai 1803
Aufenthalt van der Valcks in Heidelberg?
Die Post van der Valcks wird nach Heidelberg geschickt.
Herbst 1803
Van der Valck in Ingelfingen
Van der Valck wird von einer Dame und vom Diener Scharr begleitet. Sie
nehmen Quartier in der Hofapotheke. Er tritt unter dem Pseudonym
"Louis Charles Vavel de Versay" auf. Die Dame wird ihn
zukünftig ständig begleiten und später als "Dunkelgräfin"
bezeichnet.
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1804
Madame Royale |
1804
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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4.10.1804
Manifest von Kalmar
Ludwig XVIII. und der Graf von Artois erlassen im schwedischen Ort
Kalmar ein Manifest gegen die Kaiserernennung Napoleons. Es wird am
4.10.1804 veröffentlicht.
November 1804
Übersiedlung der Herzogin von Angoulême nach Mitau
Ludwig XVIII. und die Herzogin von Angoulême verlieren ihr Asyl in
Warschau, da sich der Exil-König politisch betätigte (Manifest vom
4.10.1804). Dies widersprach der Vereinbarung mit Wilhelm III. von
Preußen. Zar Alexander I. von Russland bietet ihnen an, nach Mitau
zurückzukehren. Sie nehmen an.
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ca. 17.3.1804
Abreise van der Valcks aus Ingelfingen
Das Paar verlässt nachts um 2 Uhr Ingelfingen. Angeblich
leben sie anschließend auf einem einsamen Gehöft in der Schwäbischen
Alb.
März 1804 bis Februar 1805
Aufenthalt van der Valcks in Neuwied?
Die Post van der Valcks wird nach Neuwied (bei Koblenz)
geschickt.
Juli 1804
Todesanzeige im Merkur?
Eine Todesanzeige, die auf van der Valck in Ingelfingen passt,
erscheint angeblich im "Merkur".
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1805
Madame Royale |
1805
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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7.4.1805
Brandanschlag auf Ludwig XVIII. und die Herzogin von Angoulême
Im Mitauer Schloss entsteht an 3 Seiten gleichzeitig ein Brand. Es wird
von einem Attentat und Mordversuch ausgegangen.
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18.2.1805
Tod van der Valcks Mutter
Am 18.2.1805 stirbt in Kleve van der Valcks Mutter.
1805?
Van der Valck und die Dame in Wien?
Van der Valck ist mit der Dunkelgräfin vermutlich in Wien beim Zaren
Alexander I. von Russland.
April 1805 bis August / Dezember 1806
Aufenthalt van der Valcks in Linz?
Die Post van der Valcks wird nach Linz am Rhein (nördlich von Koblenz)
geschickt.
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1806
Madame Royale |
1806
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1806/1807?
Van der Valck in Meiningen
Van der Valck fragt schriftlich beim Freiherrn von Könitz an, ob die
Herzogin Luise Eleonore von Sachsen-Meiningen ihm und seiner Begleitung
Aufenthalt in Sachsen-Meiningen gewähren würde, ohne sich ausweisen zu
müssen. Die Herzogin lehnt jedoch ab. Van der Valck wohnt im
"Gasthaus zum Hirsch".
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1807
Madame Royale |
1807
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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30.5.1807, abends
Zar Alexander I. besucht Ludwig XVIII. in Mitau
Der Zar besucht auf der Durchreise zu seinen Truppen Mitau. Er spricht
mit Ludwig XVIII. und der Herzogin von Angoulême. Der Zar wird vom Grafen
Tolstoi begleitet.
November 1807
Ludwig XVIII. geht nach England
Ludwig XVIII. und der Herzog von Angoulême gehen nach England und
bitten dort um politisches Asyl.
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Januar 1807
Hofkommissionär Andreä im Englischen Hof
Hofkommissionär und Senator Johann Carl Andreä mietet bei Frau
Marquart, der Besitzerin des Gasthauses zum "Englischen Hof" in
Hildburghausen, die zweite Etage.
7.2.1807
Ankunft van der Valcks in Hildburghausen
Van der Valck kommt mit der Dunkelgräfin und dem Diener Scharr um
Mitternacht in Hildburghausen an. Sie passieren das Stadttor, offenbar
ohne kontrolliert zu werden und nehmen Quartier im Gasthaus zum
"Englischen Hof". Man erfährt, dass er mit "Baron Vavel de
Versay" unterzeichnet bzw. unter diesem Namen Post empfängt. Die
Dame wird auf 15 bis 20 Jahre geschätzt, Scharr auf ca. 50 Jahre. Am
15.12.1806 trat Sachsen-Hildburghausen dem Rheinbund bei. Das Herzogtum
unterstand damit französischer Aufsicht und Kontrolle.
30.6.1807
Pass für van der Valck
Van der Valck erhält eine Verlängerung seines holländischen Passes
vom holländischen Gesandten in Karlsruhe Samuel Ulricus Gronovius,
offenbar nach Mainz. Er ist auf seinen wahren Namen "van der
Valck" ausgestellt.
ca. August 1807
Umzug van der Valcks und der Dunkelgräfin ins Gästehaus
Das Paar zieht in das herzogliche Gästehaus am Hildburghäuser Markt.
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1808
Madame Royale |
1808
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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Juli 1808
Umzug der Herzogin von Angoulême nach Gosfield Hall
Die Herzogin von Angoulême zieht von Mitau nach England, wo Ludwig
XVIII. und der Herzog von Angoulême bereits seit November 1807 Asyl
fanden. Sie wohnen im Schloss Gosfield Hall in der Grafschaft Essex.
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Februar oder März 1808
Umzug van der Valcks und der Dunkelgräfin ins Radefeldsche Haus
Nach einem falschen Feueralarm in der im Erdgeschoss des herzoglichen
Gästehauses befindlichen Druckerei sucht das Paar nach einer anderen
Unterkunft. Sie beziehen das Radefeldsche Haus.
1808/1809/1810
Reisen van der Valcks
In dieser Zeit finden mehrere mehrtägige Reisen van der Valcks mit der
Dunkelgräfin statt; vermutlich nach Gotha, Frankfurt und Mainz.
22.9.1808
Geburtstagsbrief
Die Dunkelgräfin schreibt an van der Valck anlässlich seines 39.
Geburtstages einen Brief.
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1809
Madame Royale |
1809
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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April 1809
Umzug der Herzogin von Angoulême nach Hartwell House
Die Herzogin von Angoulême zieht mit Ludwig XVIII. und dem Herzog von
Angoulême in das Schloss Hartwell House in der Nähe von London.
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1809
Neue Dienerschaft van der Valcks
Frau Johanna Weber tritt in den Dienst van der Valcks ein. Sie war
vorher Köchin bei Herrn Kümmelmann, Geheimrat am herzoglichen Hof.
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1810
Madame Royale |
1810
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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29.9.1810
Anmietung des Schlosses Eishausen
Am 29.9.1810 wird zwischen der herzoglichen Finanzdeputation und dem
Seantor Andreä ein Mietvertrag über die Schlossanlage Eishausen
abgeschlossen. Am gleichen Tag erfolgt in Eishausen durch Andreä und den
Vertreter der Finanzdeputation (J.C. Lotz) eine Besichtigung des Schlosses
und die Übergabe der Mietsache.
30.9.1810
Umzug van der Valcks und der Dunkelgräfin nach Eishausen
Das Paar zieht in das Schloss Eishausen, 7 km von Hildburghausen
entfernt. Das Schloss wurde im Jahr 1802 vom Hildburghäuser Hof erworben
und am 29.9.1810 an den Senator Andreä vermietet. Dieser vermietet es
schließlich an van der Valck.
1810
Neue Dienerschaft van der Valcks
Johann Schmidt (gebürtig aus Böhmen) und seine Frau Katharina treten
in den Dienst van der Valcks. Sie erledigen v.a. Botengänge. Nach dem Tod
des Dieners Scharr im Jahr 1817 übernehmen sie zusätzlich dessen
Aufgabenbereich.
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1811
Madame Royale |
1811
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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4.6.1811
Die Herzogin von Angoulême am Englischen Hof
Die Herzogin von Angoulême erscheint auf Einladung des Prinz-Regenten
zu einer Geburtstagsfeier Georgs III. am Englischen Hof.
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1812
Madame Royale |
1812
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1812
Heinrich Kühner wird Pfarrer in Eishausen
1812 wird der frühere Hofschullehrer am Hof von
Sachsen-Hildburghausen, Heinrich Kühner, Dorfpfarrer von Eishausen. Mit
ihm freundet sich van der Valck an und kommuniziert intensiv auf
schriftlichem Wege.
4.3.1812
Geburt eines Kindes von Johanna Weber
Aus der nicht ehelichen Beziehung der Johanna Weber und des Philipp
Scharr geht ein Sohn namens Philipp Papageno Scharr hervor. Er wird in
Steinfeld erzogen, lernt in Hildburghausen das Schuhmacherhandwerk und
soll später nach Amerika ausgewandert sein.
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1813
Madame Royale |
1813
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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28.4.1813
Geburt eines weiteren Kindes von Johanna Weber
Johanna Weber und Philipp Scharr bekommen ein weiteres Kind, eine
Tochter namens Katharina Dorothea Scharr. Van der Valck nennt sie
Papagena.
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1814
Madame Royale |
1814
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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6.4.1814
Berufung Ludwigs XVIII. auf den französischen Thron
Ludwig XVIII. wird nach der Niederlage Napoleons als neuer König von
Frankreich nach Paris berufen.
26.4.1814
Ankunft Ludwigs XVIII. in Frankreich
In Begleitung der Herzogin von Angoulême kommt Ludwig XVIII. in Calais
an. Die Herzogin betritt erstmals nach ca. 19 Jahren wieder französischen
Boden.
zwischen dem 26.4. und 3.5.1814
Station in Compiegne
Die Herzogin von Angoulême macht Station auf Schloss Compiegne. Dort
kommen Zar Alexander I., die Generäle Ney, Murmont und Berthier, der
Prinz von Conti und sein Sohn der Herzog von Bourbon (Großvater und Vater
des Herzogs von Enghien) sowie Chateaubriand zusammen. Die Herzogin von
Angoulême trifft auch Pauline de Tourzel (jetzt verheiratete Gräfin de
Bearn). Pauline wird später die Hofdame der Herzogin.
3.5.1814
Einzug Ludwigs XVIII. in Paris
Ludwig XVIII. wird König von Frankreich und residiert in den
Tuilerien. Die Herzogin von Angoulême übernimmt als erste Frau des
Staates an seiner Seite eine wichtige politische Position in Frankreich.
5.5.1814
Herzogin von Angoulême und Pauline de Tourzel
Die Herzogin lässt sich von Pauline de Tourzel an das Grab ihrer
Eltern auf dem Friedhof Madeleine führen.
Mitte 1814
Wiederbegegnung der Herzogin von Angoulême mit alten Bekannten
Die Herzogin von Angoulême trifft mehrere Bekannte aus früheren
Zeiten wieder. Darunter sind: Marschalin Ney, Madame Boigne, Madame Campan
(Dienerin der Marie Antoinette). Es findet zudem eine Begegnung mit Madame
de Chanterenne statt. Während der Restauration wird Madame de Soucy, die
Madame Royale im Dezember 1795 auf der Reise von Paris nach Wien
begleitete, Hofdame bei der Herzogin von Angoulême.
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1814/1815
Ein russischer Offizier in Eishausen
Ein russischer Offizier ist im Pfarrhaus in Eishausen einquartiert. Er
meint, den geheimnisvollen Grafen im Schloss von Eishausen zu kennen. Ein
persönliches Zusammentreffen kommt nicht zustande.
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1815
Madame Royale |
1815
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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Mitte März 1815
Die Herzogin von Angoulême in Bordeaux
Nach der Rückkehr Napoleons aus seiner Verbannung von Elba versucht
die Herzogin in Bordeaux 14 Tage lang die Truppen gegen den Ex-Kaiser zu
mobilisieren. Sie erlässt die "Proklamation von Bordeaux".
20.3.1815
Ludwig XVIII. verlässt Paris
Ludwig XVIII. verlässt angesichts der Erfolge Napoleons kurz nach
Mitternacht Paris.
3.4.1815
Die Herzogin von Angoulême geht nach England
Als die Bemühungen der Herzogin im Kampf gegen Napoleon keine Erfolge
zeigen, geht sie am 3.4.1815 im Hafen von Pauillac an Bord eines Schiffes,
das sie nach England bringt.
19.4.1815
Die Herzogin von Angoulême in England und Gent
Die Herzogin kommt in Plymouth (England) an. Anschließend geht sie
nach London und Battersea. Ende Mai 1815 begibt sie sich zu Ludwig XVIII.
nach Gent.
5.6.1815
Die Herzogin von Angoulême wieder in England
Die Herzogin geht erneut nach England und versucht von dort aus einen
Aufstand gegen Napoleon in der Vendee zu organisieren. Die Schlacht von
Waterloo macht die Planungen hinfällig.
27.7.1815
Erneuter Einzug der Herzogin von Angoulême in Paris
Die Herzogin kommt von England über Dieppe und Rouen zurück nach
Frankreich. Sie zieht am 27.7.1815 in Paris ein.
28.7.1815
Ludwig XVIII. in Paris
König Ludwig XVIII. zieht erneut in Paris ein.
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1817
Madame Royale |
1817
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1817
Van der Valck mietet Grasgarten
Ab etwa 1817 mietet van der Valck einen Grasgarten in der Nähe des
Schlosses an und lässt diesen durch einen Zaun einfassen. Hier geht die
Dunkelgräfin regelmäßig spazieren.
6.4.1817, morgens 1 Uhr
Tod des Dieners Scharr
Der langjährige Diener Johann Philipp Scharr (mindestens seit 1803 im
Dienst van der Valcks) stirbt an Wassersucht. Van der Valck gibt
gegenüber dem Pfarramt an: 73 Jahre alt, ledig, aus der Schweiz. Er wird
am 8.4.1817 in Eishausen begraben. Die Dienerschaft der Schmidts
übernimmt seine Aufgaben.
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1819
Madame Royale |
1819
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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4.3.1819
Tod des Senators Andreä
Senator Johann Carl Andreä, jahrelang Kommissionär van der Valcks,
stirbt. Seine Sohn Heinrich Andreä führt die Aufgabe weiter.
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1820
Madame Royale |
1820
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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13.2.1820
Tod des Herzogs von Berry
Der Herzog von Berry (Thronanwärter und Schwager der Herzogin von
Angoulême) wird vor der Pariser Oper von einem ehemaligen königlichen
Sattler namens Pierre Louis Louvel niedergestochen. Er stirbt 7 Stunden
später im Beisein der Herzogin von Angoulême.
29.9.1820
Geburt von Heinrich V.
Nach dem Tod des Herzogs von Berry wird posthum sein Sohn Heinrich V.
geboren. Die Herzogin von Angoulême nimmt sich seiner an.
um 1820
Herzogin von Angoulême übernimmt Pflegeanstalt
Die Herzogin von Angoulême übernimmt in Paris das Patronat für eine
von der Gattin Chateaubriands gegründeten Pflegeanstalt "Marie
Therese" in der Rue d’Enfer.
1820er Jahre
Geldspenden der Herzogin von Angoulême
Der Privatsekretär der Herzogin, Baron Charlet, unterhält ein eigenes
Büro, über das sie Spendengelder an Arme und Bedürftige verteilt. Sie
investiert die Hälfte ihrer staatlichen Jahreseinkünfte (ca. 150.000
Franc) in diese Wohltätigkeit.
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1820
Krankheit van der Valcks
Anlässlich einer schweren Krankheit van der Valcks begegnen sich die
Dunkelgräfin und die Köchin Weber. Van der Valck sagt: "Köchin,
wenn ich sterbe, so nehmen sie sich dieser Dame an".
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1821
Madame Royale |
1821
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1821
Johann Erhardt Schmidt als Diener van der Valcks
Johann Erhardt Schmidt kommt in den Dienst van der Valcks.
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1822
Madame Royale |
1822
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1823
Die Herzogin von Angoulême in Bordeaux
Die Herzogin von Angoulême weilt für 5 Monate in Bordeaux.
Juli 1823
Die Herzogin von Angoulême in den Pyrenäen
Die Herzogin von Angoulême reist in die Pyrenäen. Sie unternimmt in
dieser Zeit zahlreiche weitere Reisen.
19. bis 22.9.1823
Reise der Herzogin von Angoulême
Die Herzogin von Angoulême reist in die Vendee, Anjou, Unterbretagne,
Nantes und Quiberon.
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1824
Madame Royale |
1824
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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16.9.1824, 4 Uhr morgens
Tod Ludwigs XVIII.
Ludwig XVIII. stirbt. Der Graf von Artois, Schwiegervater der Herzogin
von Angoulême, wird als Karl X. König von Frankreich. Der politische
Einfluss der Herzogin nimmt spürbar ab.
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12.3.1824
Herzog Friedrich protegiert van der Valck
Der Herzog von Sachsen-Hildburghausen weist seine Regierung in einem
Schreiben bezüglich einer Mietangelegenheit an, den Grafen
"Vavel" zuvorkommend zu behandeln.
19.11.1824
Van der Valcks Vater stirbt
Van der Valcks Vater stirbt am 19.11.1824 in Elten (Deutschland).
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1825
Madame Royale |
1825
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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um 1825
Herzogin von Angoulême bei Parade der Nationalgarde
Während einer Parade der Nationalgarde werden die Herzogin von
Angoulême und die Herzogin von Berry ausgepfiffen.
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1826
Madame Royale |
1826
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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15.11.1826
Weggang des Herzoghauses Sachsen-Hildburghausen
Das angestammte Herzoghaus Sachsen-Hildburghausen übernimmt aufgrund
des Teilungsvertrages vom 12.11.1826 das Herzogtum Sachsen-Altenburg.
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1827
Madame Royale |
1827
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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9.2.1827
Tod des Pfarrers Heinrich Kühner
Der langjährige Korrespondent van der Valcks, Pfarrer Heinrich
Kühner, stirbt in Eishausen. Er wird am 12.2.1827 beerdigt.
28.2.1827
Tod der Agnes Berthelmy
Agnes Berthelmy, eine alte Bekannte van der Valcks, stirbt in
Winnweiler.
24.5.1827
Ehrenbürgerschaft für van der Valck
Van der Valck, der noch immer unter dem Pseudonym "Vavel de
Versay" auftritt, erhält die Ehrenbürgerschaft der Stadt
Hildburghausen.
14.7.1827
Van der Valck erwirbt ein Gebäude in Hildburghausen
Dort lässt er die Dienerschaft der Schmidts wohnen. Auch deren Söhne,
Johann Erhardt Schmidt und Simon Schmidt, arbeiten für ihn.
1827/1828
Der Freiherr von Bibra sieht die Dunkelgräfin
Der Geheimrat Freiherr Carl Friedrich von Bibra sieht die Dunkelgräfin
zufällig in der Hildburghäuser Marienstraße. Er berichtet später
seinen Nachkommen, eine auffällige Ähnlichkeit mit der
charakteristischen Gesichtsbildung der bourbonischen Familie von
Frankreich bemerkt zu haben.
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1828
Madame Royale |
1828
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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Winter 1828/29 (oder 1829/30?)
Begegnung der Köchin Weber mit der Dunkelgräfin
Die Köchin Weber wird von der Dunkelgräfin zu van der Valck gerufen,
der schwer erkrankt ist. Sie sieht die Dunkelgräfin ohne Verschleierung.
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1830
Madame Royale |
1830
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1.8.1830
Die Bourbonen in Rambouillet
Nach Ausbruch der Julirevolution versammelt sich die königliche Familie
auf Schloss Rambouillet in der Nähe von Paris. Die Herzogin von
Angoulême kommt von einer Badekur in Vichy am 1.8. in Begleitung des
Barons Charlet an. Auch Pauline de Tourzel kommt nach Rambouillet, um die
Herzogin zu sehen.
2.8.1830
Abdankung Karls X.
Karl X. dankt am 2.8. zu Gunsten seines Sohnes Angoulême ab. Dieser
dankt (widerwillig) ebenso zu Gunsten seines Neffen Heinrich V. ab. Da
dieser noch nicht volljährig ist, soll Louis Philippe, Herzog von
Orleans, vorerst die Regentschaft übernehmen. Dieser hat sich aber
bereits auf anderen Wegen an die Macht gesetzt.
3.8.1830, 23 Uhr
Die Bourbonen verlassen Rambouillet
4 Kommissare von Louis Philippe übermitteln die Nachricht, dass sich
Truppen auf Rambouillet zubewegen. Die Bourbonen verlassen umgehend
Rambouillet und begeben sich nach Maintenon.
4.8.1830
Beschluss über das Exil der Bourbonen
In Maintenon wird beschlossen, dass die Bourbonen ins Exil gehen
sollen. Es wird eine Reiseroute festgelegt. Sie reisen in den nächsten 14
Tagen mit auffallend geringer Geschwindigkeit in Richtung Cherbourg.
15.8.1830
Karl X. bittet in England und Österreich um Asyl
Aufgrund der ausweglosen Situation bittet der Ex-König Karl X.
schriftlich um Asyl in England und Österreich.
16.8.1830, 14 Uhr
Abreise der Herzogin von Angoulême aus Frankreich
Ex-König Karl X., die Herzogin von Angoulême sowie der restliche
bourbonische Hofstaat verlassen Frankreich auf dem Seeweg von Cherbourg
zur Insel Wight (Süd-England). Sie kommen am 17.8.1830 auf der Insel
Wight an. Am 20.8. erhalten sie die Aufenthaltsbewilligung, mit der sie
sich am 23.8. nach Lulworth Castle in der Grafschaft Dorsetshire
einschiffen.
26.8.1830
Die Bourbonen in Lulworth Castle
Die Bourbonen nehmen bis zur Verfügbarkeit einer angemessenen Residenz
Quartier bei der katholischen Familie Weld in Lulworth Castle. Sie bleiben
bis Oktober 1830.
27.10.1830
Die Bourbonen in Holyrood
Auf Angebot des englischen Königs ziehen die Bourbonen nach Schottland
ins Schloss Holyrood bei Edinburgh. Am 19.10.1830 reisen sie von Lulworth
ab. Es geht per Schiff nach Norden. Am 27.10. kommen sie in Edinburgh an.
Kurze Zeit nach ihrem Einzug in das schottische Schloss mietet sich die
Herzogin ein Haus in der "Regent Terrace 31", um dort zu wohnen.
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1832
Madame Royale |
1832
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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9.9. bis 6.10.1832
Die Herzogin von Angoulême geht nach Wien
Die Beziehungen zwischen dem englischen König und Louise-Philippe
verbessern sich. Die Bourbonen verlassen daher England. Der
österreichische Kaiser sagt ihnen Asyl zu. Um den genauen Aufenthaltsort
abzustimmen, reist die Herzogin von Angoulême vorab mit ihrer Nichte
Louise ab dem 9.9.1832 über London (15.9.), Rotterdam (17.9.), Mainz,
Frankfurt am Main (29.9.) und Nürnberg an den Wiener Hof (Ankunft am
6.10.1832).
28.10.1832
Übersiedlung der Herzogin von Angoulême in Prag
Mitte Oktober erhält sie vom österreichischen Kaiser die Zusage, in
einem Teil der Prager Burg Hradschin unterzukommen. Sie reist am 25.10.
nach Prag ab und kommt dort am 28.10. an. Karl X. und der Herzog von
Angoulême reisen am 17.9. aus Edinburgh ab, kommen am 20.9. in Altona bei
Hamburg an und begeben sich über Frankfurt und Nürnberg nach Prag,
Ankunft Anfang November.
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1833
Madame Royale |
1833
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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20.5.1833
Die Herzogin von Angoulême in Karlsbad
Die Herzogin von Angoulême reist zur Kur nach
Karlsbad ab. Sie wird von ihrer Nichte Louise begleitet.
24. bis 31.5.1833
Chateaubriand besucht die Herzogin von Angoulême
Chateaubriand besucht im Auftrag der Herzogin von Berry die Herzogin
von Angoulême in Prag (24.5.) und Karlsbad (31.5.). Er bittet für sie um
die Erziehung ihrer Kinder, Heinrich V. und Prinzessin Louise.
Sommer 1833
Die Herzogin von Angoulême in Teplitz und Buschtehrad
Die Herzogin reist nach Teplitz, wo Karl X. zur Kur weilt. Anschließend
geht es auf das wenige Kilometer von Prag entfernt liegende Schloss
Buschtehrad.
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Juni 1833
Kauf des Schulersberges durch van der Valck
Van der Valck erwirbt das Haus "Schulersberg" am Stadtberg
südlich von Hildburghausen. Es wird von dem Paar regelmäßig bei
Tagesausflügen besucht. Über Nacht bleibt man nie. Im Jahr 1882
entdeckt Human dort ein katholisches Gebetbuch, das 1756 in
französischer Sprache beim Wiener Hofbuchdrucker Trattner gedruckt worden
sein soll.
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1834
Madame Royale |
1834
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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5.8.1834
Die Herzogin von Angoulême und Naundorff in Pillnitz
Naundorff (welcher sich als Ludwig XVII. sieht) will während des
Aufenthaltes der Herzogin von Angoulême im Schloss Pillnitz bei Dresden
ein Treffen mit ihr erzwingen. Dazu kommt es jedoch nicht, da sie sofort
nach Prag abreist.
7.8.1834
Herzogin von Angoulême trifft Saint Didier und Madame de Rambaud
Die Herzogin von Angoulême trifft in Prag Saint Didier, den Vertreter
Naundorffs. Auch Madame de Rambaud, die frühere Kinderfrau des Bruders
der Madame Royale, die mit Didier angereist ist, bittet um ein Treffen.
Sie will die Herzogin von Angoulême von der Echtheit Naundorffs (als
Ludwig XVII.) überzeugen. Sie wird jedoch nicht empfangen, sondern
umgehend (am 9.8.) polizeilich ausgewiesen und zurück nach Paris
geschickt.
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1835
Madame Royale |
1835
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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2.3.1835
Tod von Kaiser Franz II.
Der österreichische Kaiser Franz II. stirbt. Sein Sohn übernimmt als
Ferdinand I. die Regentschaft. Die Herzogin von Angoulême reist zu den
Trauerzeremonien nach Wien und hofft, dass sich für die Bourbonen in
Prag, welche die Gunst Franz II. genossen, nichts ändern wird.
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September 1835
Die Köchin Weber verlässt das Schloss Eishausen
Die seit 1809 für van der Valck tätige Köchin Johanna Weber muss das
Schloss Eishausen verlassen. Van der Valck stellt ihr am 5.10.1835 ein
Dienstzeugnis aus, das er mit "v. Vavel" unterzeichnet.
1835
Der Diener Johann Erhardt Schmidt kommt ins Schloss
Der Diener Johann Erhardt Schmidt, Sohn von Johann und Katharina
Schmidt, wird mit seiner Frau Friederike und ihren beiden Kindern ins
Schloss berufen. Er ist als Kammerdiener, sie als Köchin tätig.
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1836
Madame Royale |
1836
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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Frühjahr 1836
Die Bourbonen müssen Prag verlassen
Kaiser Ferdinand I. benötigt die Räumlichkeiten des Prager Hradschin,
so dass die Bourbonen sich nach einer neuen Unterkunft umsehen müssen.
Juni / Juli 1836
Die Herzogin von Angoulême in Karlsbad, Ischl, Salzburg, Budweis
Die Herzogin begibt sich mit ihrer Nichte Louise nach Karlsbad zur Kur.
Dort erkrankt sie jedoch an "Rotlauf" und begibt sich zur
Besserung nach Ischl. Am 11.7. reist sie nach Salzburg ab, wo sie am 20.7.
ankommt. Von dort reist sie zu dem erkrankten Herzog von Bordeaux nach
Budweis und findet diesen bei ihrer Ankunft Ende Juli bereits genesen vor.
Juli / August 1836
Die Bourbonen in Kirchberg
Die Bourbonen siedeln in das Schloss Kirchberg am Walde (Österreich)
als Sommerresidenz über. Das Kirchberger Schloss hatte der Herzog von
Blacas vom Grafen d’Orsay gekauft. Es dient bis 1843 als Sommerresidenz.
Oktober 1836
Die Bourbonen in Görz
Die Bourbonen siedeln in das Schloss Grafenberg bei Görz (heute
Gorizia in Italien) als Winterresidenz über. Sie reisen über Linz, wo
sie Ende September 1836 übernachten. Die Herzogin von Angoulême tritt
unter dem Pseudonym "Comtesse de Marnes" auf.
6.11.1836
Tod Karls X.
Karl X. stirbt in Görz an der Cholera. Er wird in der Bourbonengruft
des Franziskanerklosters "Kostanjevica" bei Nova Gorica (heute
Slowenien) beerdigt. Sein Sohn Angoulême erlässt eine Proklamation mit
dem Inhalt, dass er nun König Ludwig XIX. sei, aber nur im Exil von
diesem Titel Gebrauch machen wolle und sich für die Einsetzung Heinrichs
V. als legitimen König von Frankreich einsetze.
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1836
Die Dienerin Katharina Schmidt kommt ins Schloss
Die Dienerin Katharina Schmidt (seit 1810 im Dienst van der
Valcks, Mutter des bereits im Schloss tätigen Johann Erhardt Schmidt) kommt nach
dem Weggang der Köchin Weber in das Schloss. Sie soll vermutlich auch zur
Pflege der Dunkelgräfin beitragen. Katharina Schmidt darf nach dem
Tod der Gräfin (1837) das Schloss nicht mehr verlassen und stirbt am
9.2.1843.
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1837
Madame Royale |
1837
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1837
Dienerin Dorothea Schmidt im Schloss
Dorothea Schmidt, Tochter der Johanna Weber und des Philipp Scharr,
beginnt ihren Dienst im Schloss.
4.4.1837
Laarmann stirbt
Am 4.4.1837 stirbt van der Valcks Vertrauter Laarman in Holland.
Franciscus Antonius Alders, van der Valcks Neffe, übernimmt nun dessen
Position.
25.11.1837, 22 Uhr
Tod der Dunkelgräfin im Schloss Eishausen
Die Dunkelgräfin stirbt nach mehrwöchiger Krankheit. Zwei Totenfrauen namens Kirchner und Dinkler halten 3 Tage und 3 Nächte im Erdgeschoss des Schlosses Wache bei der Leiche. Van der Valck weigert sich zunächst, die von ihm geforderten Angaben über die Verstorbene zu machen. Schließlich
gibt er jedoch gegenüber dem Kirchenoberhaupt Konsistorialrat Dr. Ludwig Nonne an: Sophie(a)
Botta, ledig, bürgerlichen Standes, aus Westfalen, 58 Jahre
alt.
26. oder 27.11.1837
Totenschau der Dunkelgräfin
Es erfolgt eine Totenschau der verstorbenen Dunkelgräfin durch den
Chirurgen Bachmann und / oder durch Dr. Lommler. Bachmann stellt den
Totenschein aus.
28.11.1837, 6 Uhr morgens
Beerdigung der Dunkelgräfin
Die Dunkelgräfin wird um 6 Uhr morgens am Schulersberg in
Hildburghausen in einer Gruft beerdigt. Anwesend sind: die Gebrüder
Schmidt, der alte Diener Schmidt, eine Totenfrau aus Eishausen, der
Schneider Marr und 6 Träger (der Büttner Kleinauf, die Holzknechte
Römhild und Günther, der Türmer Schindler, der Ratsbüttner und der
Polizeidiener Heun).
29.11.1837, 15:30 Uhr
Versiegelung des Nachlasses der Dunkelgräfin
Der Nachlass der Dunkelgräfin im Schloss Eishausen wird durch das
Kreis- und Stadtgericht Hildburghausen versiegelt. Beauftrag hierzu wird
Kreisgerichtsassessor Göbel, der hierüber ein Protokoll anfertigt.
1.12.1837
Beschwerde gegen die Versiegelung
Der Kommissionär Heinrich Andreä beschwert sich im Namen van der
Valcks bei der Landesregierung sowie der herzoglichen Finanzdeputation in
Meiningen über die Nachlass-Versiegelung. Er bezeichnet den Grafen als
"Baron Vavel de Versay" aus den Niederlanden.
7.12.1837
Einstellung der gerichtlichen Aktivitäten
Auf Grund einer Anweisung des Herzogs von Sachsen-Meiningen werden die
gerichtlichen Aktivitäten in Bezug auf die verstorbene Dame vorerst
eingestellt.
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1838
Madame Royale |
1838
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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Anfang 1838?
Hohnbaum bei van der Valck
Van der Valck bittet nach dem Tod der Dunkelgräfin um einen
Krankenbesuch durch Obermedizinalrat Hohnbaum. Es kommt zu mehreren
längeren Gesprächen. Hohnbaum war verwandt mit der Familie Kühner und
schon vor dem Tod der Dunkelgräfin zur Behandlung van der Valcks in
Eishausen gewesen. Auch der Arzt Dr. Knopf besucht van der Valck mehrmals.
13.4.1838
Bitte Hohnbaums an den Meininger Herzog
Hohnbaum bittet im Namen des Herrn Vavel de Versay um Unterlassung
eines Erbenaufrufes für die verstorbene Dame.
23.4.1838
Kein Erbenaufruf für die Dunkelgräfin
Eine herzogliche Verfügung an das Oberlandesgericht bestimmt, den
Nachlass der Dunkelgräfin dem Herrn Vavel de Versay zu verkaufen und von
einem Erbenaufruf abzusehen.
27.4.1838
Taxierung und Übernahme des Nachlasses der Dunkelgräfin
Das Kreis- und Stadtgericht Hildburghausen nimmt im Schloss Eishausen
die Taxierung des Nachlasses der Dunkelgräfin vor. Am 30.4.1838 erklärt
sich van der Valck über Heinrich Andreä bereit, die Summe von 1.470
Gulden zu zahlen und den Nachlass zu übernehmen.
30.5.1838
Simon Schmidt erhält den Schulersberg
Der Diener Simon Schmidt erhält von van der Valck als Geschenk das
Haus und Anwesen Schulersberg mit der Auflage, dieses bis 10 Jahre nach
seinem Tod nicht öffentlich zugänglich zu machen. Auf der
Schenkungsurkunde unterschreibt van der Valck mit "Vavel,
Ehrenbürger von Hildburghausen".
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1843
Madame Royale |
1843
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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Anfang 1843
Rommel besucht van der Valck
Der Direktor des Kreisgerichts Hildburghausen, Justizrat E.
Rommel, besucht van der Valck. Rommel soll sein Testament aufnehmen, wozu
es jedoch nicht kommt.
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1844
Madame Royale |
1844
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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3.6.1844
Tod des Herzogs von Angoulême
Der Herzog von Angoulême stirbt nach mehrmonatiger Krankheit in Görz.
Er wird wie Karl X. in der Bourbonengruft des Franziskanerklosters
"Kostanjevica" beerdigt
20.6.1844
Die Herzogin von Angoulême in Frohsdorf
Die Herzogin von Angoulême übersiedelt nach Schloss Frohsdorf
südlich von Wiener Neustadt in Niederösterreich.
ab 20.6.1844
Besucher in Frohsdorf
In der Frohsdorfer Zeit erhält die Herzogin von Angoulême zahlreiche
Besuche, u.a. mehrfach von der Königin Marie von Hannover (eine geborene
Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen), den Fürsten von Modena, Toskana
und Sachsen-Coburg, der Erzherzogin Sophie von Österreich und ihren
Söhnen Franz Joseph und Maximilian, der ehemaligen Herzogin von Berry
(jetzt Gräfin Lucchesi) sowie ihrer Cousine Marie Louise von Parma
(Ex-Kaiserin und ehemalige Gemahlin Napoleons).
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1844
Finanzen van der Valcks
In dieser Zeit gehen über das Bankhaus "Jonas Pfeiffer und
Sohn" in Kassel vierteljährlich Gelder an van der Valck. Sie stammen
vom Bankhaus "P.F. Laarmann und Sohn" aus Amsterdam.
28.10.1844
Brief des Polizeikommissars Walther
Als Antwort auf eine Anfrage des Gothaer Polizeirates Eberhard schreibt
der Polizeikommissar Walther aus Hildburghausen einen Brief mit Angaben
über den Grafen Vavel de Versay.
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1845
Madame Royale |
1845
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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24.2.1845
Tod der Johanna Weber
Die ehemalige Köchin van der Valcks stirbt auf Schloss Eyba in der
Nähe von Saalfeld. Der Schlossherr von Fischern nimmt ihre persönlichen
Dinge an sich.
8.4.1845, gegen 13 Uhr
Tod van der Valcks
L.C. van der Valck stirbt im Schloss Eishausen auf dem Sofa in
Gegenwart der Köchin Friederike Schmidt. Er wird am 11.4.1845, morgens 9
Uhr, auf dem Friedhof in Eishausen in einem ausgemauerten Grab beerdigt.
9.4.1845
Versiegelung des Nachlasses van der Valcks
Vertreter des Kreis- und Stadtgerichts Hildburghausen versiegeln im
Schloss Eishausen den Nachlass van der Valcks.
10.4.1845
Gerichtsvertreter in Eishausen
Vertreter des Kreis- und Stadtgerichts Hildburghausen kommen in das
Schloss Eishausen und nehmen eine erste Besichtigung vor.
29.4. bis 8.5.1845
Nachlassregistrierung
Kriminalrat Göbel und Kreisgerichtsaktuar Heim nehmen im Schloss
Eishausen den Nachlass des Verstorbenen auf. Dabei finden sie die Pässe
van der Valcks sowie die Berthelmy-Briefe.
2.6.1845
Ediktalladung des Gerichts in Hildburghausen
Aufgrund des Fehlens eines Testaments ergeht für "van der
Valk" und die Dunkelgräfin (Berthelmy/Botta) ein Erbenaufruf in
mehreren großen Zeitungen. Als Termin wird der 30.6.1846 festgesetzt.
Offiziell wird die Erbschaftsangelegenheit des "van der Valk" am
17.10.1846 beendet.
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1847
Madame Royale |
1847
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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20.7.1847
Erneute Ediktalladung für die Dunkelgräfin
Da der Fiskus versäumt hatte, auf das herrenlose Erbe der
Dunkelgräfin Anspruch zu erheben, erfolgt eine weitere Ediktalladung in
verschiedenen Zeitungen. Termin: 25.8.1848.
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1848
Madame Royale |
1848
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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nach dem 25.8.1848
Versteigerung des Nachlasses der Dunkelgräfin
Da sich auch auf den zweiten Erbenaufruf für die Dunkelgräfin vom
20.7.1847 keine Erben melden, wird ihr Nachlass im Hildburghäuser
Gasthaus zum "Englischen Hof" versteigert.
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1849
Madame Royale |
1849
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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Anfang Mai 1849
Zeitweilige Flucht aus Frohsdorf
Die Herzogin von Angoulême muss Frohsdorf (aufgrund revolutionärer
Unruhen?) kurzfristig verlassen. Sie kehrt im Juni 1849 zurück.
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1851
Madame Royale |
1851
Dunkelgräfin / Van der Valck |
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1850 / 1851
Besuche in Venedig, Parma, Wien
Die Herzogin von Angoulême hält sich mehrfach in Venedig auf. Sie
wohnt im Palazzo Cavalli (heute Vendramin) und besucht die dort seit März
1844 wohnende ehemalige Herzogin von Berry. Weiterhin besucht sie ihre
Nichte in Parma sowie Verwandte in Wien.
1.7.1851
Testament der Herzogin von Angoulême
Die Herzogin von Angoulême verfasst ihr offizielles Testament. Man
findet es nach ihrem Tod in einem verschlossenen Umschlag in ihrem
Schreibtisch. Darin legt sie u.a. fest, dass keine Autopsie vorgenommen
werden darf und dass alle von ihrer Hand geschriebenen Dokumente zu
verbrennen sind.
13.10.1851
Erkrankung der Herzogin von Angoulême
Die Herzogin erkrankt. Der herbeigerufene Leibarzt des
österreichischen Kaisers, Dr. Seeburger, stellt eine Rippenfell- und Lungenentzündung
fest.
15.10.1851
Nuntius Viale in Frohsdorf bei der Herzogin von Angoulême
Der päpstliche Nuntius Viale kommt aus Wien nach Frohsdorf, um der
schwerkranken Herzogin von Angoulême die Messe zu zelebrieren.
19.10.1851, 11:17 Uhr
Tod der Herzogin von Angoulême
Die Herzogin von Angoulême stirbt. Ihr Leichnam wird auf ihren
testamentarischen Wunsch hin nicht geöffnet und damit auch nicht im
üblichen Sinne einbalsamiert. Der Leichnam wird aber dennoch im Sarg mit
Balsam übergossen.
28.10.1851
Beerdigung der Herzogin von Angoulême
Die Herzogin von Angoulême wird am 28.10.1851 wie Karl X. und der
Herzog von Angoulême in der Bourbonengruft des Franziskanerklosters
"Kostanjevica" bei Nova Gorica beerdigt.
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